Der Tornescher CDU-Fraktionschef Christopher Radon spricht im Interview über Herausforderungen und Ziele für 2017

Das Interview führte Philipp Dickersbach von den Uetersener Nachrichte und wurde in diesen am Freitag, 13. Janur 2017 veröffentlicht.

Zunächst ein Blick zurück: Wie lautet ihr Fazit für 2016?

Das vergangene Jahr hat einmal mehr gezeigt, dass die SPD hier in Tornesch ihrer Führungsverantwortung nicht nachkommen konnte. Einerseits träumen sie von einem Millionenteuren Rathausneubau, der unseren ohnehin defizitären Haushalt zukünftig noch erheblicher belasten wird, anderseits streichen sie den Familien die Zuschüsse für die Kinderbetreuung. Das passt nicht zusammen. Darüber hinaus war die Schließung der Tornescher Polizeistation durch den SPD-Innenminister ein schwerer Schlag ins Gesicht für ganz Tornesch.   

Welche wichtigen Initiativen Ihrer Fraktion sind im vergangenen Jahr gelungen?

Wir haben mit unserem Antrag die Planung des Tornescher Sees im gleichnamigen Neubaugebiet angeschoben. Bis dahin wurde immer nur davon gesprochen, dass der See irgendwann kommen soll. Durch unseren Antrag sind alle Beteiligten aufgefordert gewesen, endlich Taten folgen zu lassen. Eine erste Planung, die wir noch für diskussionswürdig halten, wurde uns Ende des vergangenen Jahres vorgelegt. Ich gehe davon aus, dass wir zum Sommer mit einer konkreten Planung an die Öffentlichkeit gehen können.

Von vielen Einwohnern kam im Zusammenhang mit den Straßenausbauten immer wieder die Kritik, dass sie unvorbereitet vor den zum Teil hohen Anliegerbeiträgen gestanden haben. Wir konnten nun durchsetzen, dass mindestens zwölf Monate vorher eine Information an die Anlieger verschickt wird. 

Was hat nicht geklappt?

 Die Haushaltslage in Tornesch ist nicht mehr so positiv zu sehen, wie es noch vor der SPD-Mehrheit gewesen ist. Steigende Abgaben an das Land und den Kreis sind ein Teil unseres Defizits, aber dem gegenüber stehen auch höhere Steuereinnahmen. Dass diese sich nicht positiv auf den Haushalt auswirken, liegt auch daran, dass die SPD-Mehrheit im Rat unseren Anregungen zur Haushalts-Konsolidierung nicht gefolgt ist und die Ausgaben für Personal, Fuhrpark und Material weiter haben steigen lassen.

Was sind für Sie die größten Herausforderungen, vor denen die Stadt Tornesch in 2017 steht?

Es muss unbedingt ein Weg gefunden werden, dass sich die Ausgaben wieder mit den zur Verfügung stehenden Einnahmen aus Steuern, Zuweisungen und anderen Einnahmen decken.

Unabhängig der Finanzen gilt es die Verkehrsströme in, nach und aus Tornesch heraus so lenken, dass es zu den Hauptverkehrszeiten nicht mehr zu derartigen Rückstaus kommt, wie es heute der Fall ist. Wir sind dabei den Weg für eine Stärkung des ÖPNV zu bereiten, um eine Entlastung für die Pendler zum Bahnhof zu finden.

Dazu gilt es, das Gewerbegebiet in Oha weiter auszuweiten um Arbeitsplätze zu schaffen und auf Sicht die Gewerbesteuereinnahmen auf natürlichem Weg zu erhöhen. 

Welche Prioritäten will die CDU in diesem Jahr setzen, welche Ziele erreichen?

Der Weg zu ausgeglichenen Finanzen muss ebenso bereitet werden wie die Reduzierung der Verkehrsbelastung und die Sicherstellung an Kinderbetreuungsplätzen. Die angeschobenen Planungen für den See im Neubaugebiet müssen zum Abschluss kommen.

Wünschen Sie sich, dass die Stadt weiter wächst? Und wenn ja, wo könnten neue Baugebiete entstehen?

Wir haben Tornesch am See auch auf den Weg gebracht um die Infrastruktur von Kindertagesstätten und Schulen zu sichern. Nun zeigt sich, dass wir weit über der Sicherung liegen und sogar noch einen weiteren Kindergarten bauen müssen. Das müssen wir nun erst einmal in Einklang bringen. Wir sind nach wie vor der Meinung, dass zuerst eine innerstädtische Verdichtung erfolgen muss, bevor wir Tornesch weiter in der Fläche besiedeln. Sicherlich gibt es ein, zwei größere Gebiete, die sich hervorragend eignen um größere Strukturen zu schaffen. Aber dieses ist keine Aufgabe in den kommenden Jahren. 

Sehen sie Potenzial, dass der Wochenmarkt ausgeweitet wird?

Als wir 2013 als einzige Partei die Einrichtung eines Wochenmarktes im Wahlprogramm stehen hatten, wurden wir von einigen belächelt, doch der Wochenmarkt wird gut angenommen. Das freut uns sehr, steigert dieser doch ein wenig die Attraktivität von Tornesch. Wir wünschen uns, dass noch weitere Händler dazu kommen und sich der Wochenmarkt weiter etabliert. Wenn in Zukunft die Innenstadt weiter überplant wird, muss auf jeden Fall ein Platz für diesen Wochenmarkt berücksichtigt werden. Dieser sollte sich von der Entfernung natürlich nicht zu weit aus dem Zentrum wegbewegen, da er sich in die andere Nahversorgung gut einbindet. Der jetzige Standort ist jedoch Privatgelände und kostet letztendlich auch Parkplätze für die ansässigen Händler.

Haben Sie einen Vorsatz für 2017?

Unser Vorsatz ist es, mit allen Einwohnern, Vereinen und Verbänden in einem guten Austausch zu bleiben. Wir wollen aus diesem Miteinander die kommunale Selbstverwaltung in Tornesch stärken und gestalten.

 

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