1981 wurde ein Vertrag zwischen den Städten Uetersen, Tornesch und dem Kreis Pinneberg geschlossen, der inhaltlich zur Aufgabe hatte, den Straßenzug auf dem Großen Moorweg mit Anschluss an die L110, dem Wischmöhlenweg in Tornesch und der Großen Twiete in Uetersen mit Anschluss an die B431 als durchgehenden Straßenzug auszubauen.

Seit dieser Zeit kam es immer wieder zu unterschiedlichen Auffassungen, ob diese Trasse die richtige oder doch eine weiträumige Südumgehung vielleicht die bessere Alternative ist.

Auch die CDU hat lange Zeit zwischen beiden Varianten gestanden – sich dabei auch immer an den Wünschen der Einwohner und Einwohnerinnen in Tornesch orientiert – und sich im Grunde immer für eine weiträumige Südumgehung ausgesprochen und diverse Prüfaufträge zu einer Südumgehung unterstützt.

Rückblickend auf die nunmehr fast 35 jährige Geschichte der K22 wurde viel gesagt, beschlossen und auch neu gedacht – passiert ist in all den Jahren nichts. Einzig der Verkehr im Stadtzentrum von Tornesch hat zugenommen und belastet die Anlieger und die innerörtliche Infrastruktur um ein vielfaches. Nun ist es ist Zeit zu handeln – und eine Entlastung des Ortszentrums zu schaffen.

Die Fehler wurden in früheren Jahren gemacht und wir müssen heute damit leben. Sei es der Tunnel mitten durch die Stadt oder die nicht weitergebaute LSE, die in Pinneberg einfach endet und nicht bis Elmshorn weitergeführt wurde oder auch nur der über Kreuz gebaute Autobahnanschluss in Ahrenlohe. Die Aufzählung von Fehlern in der Vergangenheit ist nicht vollständig aber soll einen guten Ausschnitt bieten.

Nun könnte natürlich in der Argumentation folgen: Bevor ein weiterer Fehler in der Infrastruktur begangen wird, sollte die Planung für einen neuen Straßenzug alle möglichen Befindlichkeiten berücksichtigen. Aber an dieser Stelle müssen wir das Sprichwort: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach einwerfen. Denn einen kleinen Nutzen sicher zu haben ist mehr wert als die Aussicht auf einen großen, wenn der mit dem Risiko verbunden ist, am Ende gar nichts zu haben – Sicherheit ist bei dieser Abwägung vorzuziehen.

Wir haben die Entscheidung aus einer ganzen Reihe von Überlegungen heraus getroffen. Die wichtigsten wollen wir im Folgenden kurz erläutern. Vieles davon ist nicht neu und beruht bereits auf Daten aus den vergangenen Jahren.

So kommt bereits die Firma Pöyry in seinem Gutachten vom 7. Dezember 2006 zu der Auffassung, dass im Vergleich der beiden Trassenvarianten eine Südumgehung die schlechtere Alternative ist.

Weiterhin ist der Umweltschutz und die Nachhaltigkeit immer weiter in den Fokus der Gesellschaft gerückt, so dass eine Kreisstraße durch die Pinnau-Niederungen – mitten durch ein Landschaftsschutzgebiet – zu bauen von uns für planerisch und umweltpolitisch keine Alternative mehr bietet.

Umweltpolitisch sehr wohl zu berücksichtigen ist aber, dass bei einer Unterführung auf der nun geplanten Trasse die Bahnübergänge Gärtnerweg und Denkmalstraße geschlossen werden. Dadurch gibt es keinen wartenden Verkehr mehr an den Bahnübergängen – die Belastung der Anlieger wird deutlich abnehmen und auch der Lärmschutz kann in späterer Zukunft durchgängig gehalten werden.

Nichts neues, aber dennoch ein weiterer Grund dass wir uns für die aktuelle Trasse aussprechen ist auch die damit verbundenen Entlastung der mitten durch Esingen verlaufenden L107.

Und nicht zuletzt gehören bis auf wenige Ausnahmen alle Grundstücke auf der aktuellen Trasse bereits dem Kreis. Bei einer Südumgehung müssten weitere neue Grundstücke für viel Geld aufgekauft werden. Geld, das der Kreis nicht hat.