Drucken

Ein Jahrhundertsommer in Norddeutschland: Seit Wochen lädt das Wetter mit den hohen Temperaturen vor Ort zu Ausflügen ins kalte Nass ein und trägt maßgeblich zur Sommerferiengestaltung vieler Schüler und Schülerinnen in Uetersen, Tornesch und Umgebung bei. Doch leider überschatten immer wieder Berichte über Badeunfälle, vermisste Kinder an Wasserstellen und Tote durch Ertrinken den Badespaß. Laut Berichten des DLRG unter Berufung auf Forsa-Umfragen aus dem vergangenen Jahr kann in Deutschland nicht einmal mehr jedes zweite Kind schwimmen.

Dies läge einerseits an der Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage des Schwimmunterrichts. Denn immer mehr Schwimmbäder in Deutschland schließen oder werden zu Spaßbädern umgebaut, in denen die Ausbildung der Kinder zu Schwimmern untergeht. Andererseits mangele es an fehlender Sensibilisierung der Eltern in Bezug auf den Schwimmunterricht.

Allein im Zeitraum von Januar bis zum 20. Juli sind in Norddeutschland laut Berichten des NDR über 70 Menschen bei Badeunfällen gestorben. 70 tote Menschen sollten Fakt genug sein, um einzusehen, dass flächendeckender Schwimmunterricht in Schulen und eine Belehrung über Baderegeln und mögliche Risiken beim Baden notwendig sind, da diese Formen der Aufklärung im privaten Rahmen oftmals ausbleiben.

Dazu die Vorsitzende der Jungen Union Tornesch-Uetersen, Julie Da Ronch (20):

„Schwimmunterricht für Grundschüler sollte weiterhin Teil der Schulausbildung sein. Gleichzeitig sollte es aber auch als Ziel gelten, dass die Eltern im Rahmen der Erziehung einen eigenen Beitrag zur Schwimmausbildung leisten und auf die Wichtigkeit dieser Maßnahmen aufmerksam gemacht werden. Um die Schwimmausbildung vor Ort gewährleisten zu können, ist die Instandhaltung des Uetersener Schwimmbades unabdingbar.“

Die Schwimmhalle in Uetersen wurde bereits saniert, jedoch sind Mittel zur weiteren Instandhaltung durch die Stadt Uetersen alleine knapp. Jedoch ist die Einbindung dieser

Sportstätte in den Schulunterricht umliegender Schulen unabdingbar, um der eben genannten Problematik entgegenzuwirken und die Investition in Schwimmeinrichtungen optimal zu nutzen. Die Junge Union Tornesch-Uetersen fordert somit Gespräche über die Aufnahme der Uetersener Jürgen-Frenzel-Schwimmhalle und gleichzeitig des Ludwig-Meyn-Gymnasiums in einen gemeinsamen Schulzweckverband. Es sollte nicht Aufgabe einer einzelnen Stadt sein, die Sanierung einer Schwimmhalle und somit die Schwimmausbildung der Kinder zu fördern. Da auch Kinder und Schüler umliegender Gemeinden durch die Nutzung der Uetersener Schwimmhalle profitieren, ist zu klären, in welchem Maße diese Gemeinden einen Beitrag zur Erhaltung und dadurch zur Badesicherheit leisten sollten.

Hierzu erklärt Hendrik Krohn (19), der stellvertretende Vorsitzende der JU TU: „Die Schwimmunterricht und Badesicherheit dürfen nicht zum Privileg weniger Schüler und Schülerinnen werden! Durch Beiträge mehrerer Gemeinden in Form eines Schulzweckverbandes könnten die Kosten gerecht aufgeteilt werden und das Uetersener Schwimmbad könnte ein starkes Zentrum für die Schwimmausbildung der Kinder vor Ort bleiben.“

 

DSC 6398B